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„Alles muss so bleiben!“ – das Wehren gegen den (digitalen) Wandel

Wunsch trifft harte Wirklichkeit – das Wehren im Wandel – und wie Sie als Entscheider damit klarkommen

Viele Unternehmen haben gar nicht (mehr) die Wahl, ob sie sich verändern wollen. Der Markt straft die, die es nicht zeitig schaffen – eben marktfähiger zu sein als der Wettbewerb. Der richtige Zeitpunkt für den Wandel ist der, wenn sich Trends verdichten – nicht der, an dem Mitbewerber schon Produkte zu Trends auf den Markt bringen.

Und doch: Wandel kann allen Beteiligten Einiges abverlangen.

Ein gutes Beispiel sind die Fluggesellschaften – viele Mitarbeiter möchten ihre guten Arbeitsbedingungen behalten, doch Kunden wollen günstig fliegen. Das geht nicht zusammen. In diesem Fall ist es (noch) gar nicht die Digitalisierung, die Druck macht – es ist der Kunde, gröber: der Markt.

Die „Zeit“ fasst es zusammen: „Je günstiger Flüge und Reisen allerdings angeboten werden, desto eher muss an anderer Stelle gespart werden, zum Beispiel bei guten Tarifverträgen für das Personal. Trotz der günstigen Angebote haben Kunden im Zweifel lange dafür gearbeitet, sich einen Urlaub leisten zu können. Sie müssen im aktuellen TUIfly-Fall nicht nur Ärger, Stress und Unsicherheit wegen annullierter Flüge erdulden. In der Folge drohen ihre kompletten Urlaubsplanungen….zu platzen“ (Quelle: ZEIT ONLINE):

Gemeint sind die Krankmeldungen ganzer Crews. Die Argumentation einer Gewerkschaft dazu: wer derart „über seine berufliche Zukunft“ im Unklaren gelassen werde, sei sozusagen von den drohenden Veränderungen geschwächt und deshalb „unfit to fly“.

Kraftprobe beim Piloten Streik

Ein Nutzer schrieb dazu auf dem NDR-Forum:

„Wenn sich jeder krank melden würde, wenn die Zukunft seines Arbeitgebers unklar ist, wäre die Wirtschaft schon zusammengebrochen. Glaubt das Personal, dass diese Aktion die Zukunft von TUI sichert?“

„Wir suchen Sicherheit!“ (- Die gibt es so nicht!)

Um Missverständnissen vorzubeugen: es geht nicht darum, ob es fair ist, wenn Managementfehler auf Kosten der Mitarbeiter ausgetragen werden (was mit dem Markt nichts zu tun hat). Und man darf bestreiten, dass es ethisch okay ist, wenn Unternehmen bei besten Margen Entlassungen tätigen.

Jedoch: jedes Unternehmen braucht ein tragfähiges Geschäftsmodell. Und das kann sich in Zeiten der Digitalisierung radikal ändern.

In Deutschland begegnet man oft der Vorstellung, der Arbeitgeber müsse „Sicherheit“ bieten. Fakt ist jedoch: ein Unternehmen bleibt nur durch ein flexibles, cleveres Geschäftsmodell marktfähig. Für jeden  Arbeitnehmer – und jede Führungskraft – gilt dasselbe, unabhängig vom Unternehmen: er bleibt fit, in dem er auf gefragte Qualifikationen und Kompetenzen am Markt achtet.

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Das heißt auch, sich diese aus eigener Initiative anzueignen, sich in immer neuen Zusammenhängen zu erproben – mit 30, 40, 50 und 60. Das ist die „Employbilität“ – die individuelle „Beschäftigungsfähigkeit“.

Realität der Marktwirtschaft: die einzige Sicherheit liegt in der Wandlungsfähigkeit.

Was können Sie tun, damit Ihr Unternehmen wandlungsfähig bleibt ?

Sie können viel dazu tun – in jeder Unternehmensphase:

  • „Offenheit für Neues“ ist ein stabiles Persönlichkeitsmerkmal. Achten Sie bei der Auswahl neuer Mitarbeiter, egal welchen Alters, dass sie diese Eigenschaft mitbringen (sie ist messbar).
  • Vermitteln Sie keine Sicherheiten, die heute nicht mehr machbar sind. Machen Sie deutlich, dass sich das Unternehmen immer wieder wandeln wird – und dass es erforderlich sein wird, sein Arbeiten und seine Qualifikationen zu verändern. Nehmen Sie zu Beginn die Illusion von „Sicherheit durch Nichtveränderung“.
  • Machen Sie schon im Bewerbungsgespräch klar, dass der oder die Neue „Mitunternehmer“ sein wird. Vermeiden Sie die alte und überholte Trennung in „die da oben“ und „wir da unten“.
  • Vermitteln Sie regelmäßig anhand von Fakten, wo das Unternehmen steht – für alle vom Hilfsarbeiter bis zum oberen Management.
  • Gehen Sie konsequent in ein Gespräch mit jenen Mitarbeitern, die sich irgendwann als „Opfer“ sehen  – doch Achtung: eine Opferhaltung unterscheidet sich von nachvollziehbarem kritischen Feedback eines Mitarbeiters  – ein solches Feedback sollten Sie annehmen können.
  • Opferhaltungen durchbricht man am besten, indem man deutlich zur Mitverantwortung auffordert – also nach machbaren Lösungen fragt.
  • Nörgler und Stänkerer dagegen brauche klare Grenzen. Wenn konstruktiv wirklich nichts mehr geht, sollte eine Trennung eine Option sein dürfen – für jede Position.

 

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