Skip to main content

„Sie brauchen ein Coaching!“ – Warum Sie sich manchmal dagegen wehren sollten…

In Deutschland wird gecoacht und trainiert, was das Zeug hält; der Trend zur Selbstoptimierung (wie bei Men’s Health: schöner, flotter, weniger fett) hält auch im Unternehmen an: gecoacht, prozessoptimiert, compliant…

Die falsche Lösung für ein gut erkanntes Problem:
„Sie brauchen ein Coaching/eine Weiterbildung!“

Ich nehme es gleich vorweg: das alles ist nicht falsch. Doch welches Problem lösen diese „Optimierungsinitiativen“ eigentlich? Sollten sie gar…ein wenig ablenken?

Geschftsmann in Absperrband verheddert

Nicht alle Führungskräfte haben ein Problem, das sie durch Coaching lösen können, denn: Coaching setzt beim Einzelnen an. Doch ist da auch das Problem?!

Ruth Seliger dazu: „Schlechte Führung ist in den Köpfen noch immer mit Minderqualifizierung der Führungskräfte verbunden, anstatt die Ursache in der Unternehmensstruktur und -kultur zu orten. Daher sucht man die Lösung in Weiterbildung. Mit anderen Worten: Der Wurm liegt in der Organisation…“ (mehr dazu im „Gewinn“ 2013).

Coaching? Definieren Sie lieber die Verantwortung!

Probleme können Sie immer nur „am Ursprung“, am Ort der Entstehung, lösen. „Coaching“ oder „Weiterbildung“ sind selten die Antwort auf strukturelle Probleme.

Zwei Klassiker.

  • Das Problem liegt auf der Führungsebene.
    Zwei Geschäftsführer sind sich nicht einig oder haben völlig unterschiedliche Führungsstile. Das verwirrt das mittlere Management, den Controller, den Personalleiter, bei denen ganz unterschiedliche „Aufträge“ vom oberen Management ankommen.
    Das ist kein Thema für ein Coaching im mittleren Management. Hier ist Feedback „nach oben“ nötig.

 

  • Das Problem ist die Überstrukturierung.
    Das Unternehmen wächst und wird immer differenzierter. Gerade die Supportabteilungen kommen mit immer mehr „Pflichtprozessen“: Controllingtools, Bestellprozesse, komplizierte HR-Tools….
    Das Problem: keiner räumt auf, weil sich keiner „für das Ganze“ zuständig erklärt. Statt dessen sind immer mehr Manager mit immer kleinteiligeren Prozessen beschäftigt; das Hamsterrad brummt….
    Gerne bietet man dann wahlweise „Stressmanagement“ oder „Zeitmanagement“ an. Wie wäre es mit „organisationaler Müllabfuhr“ als Workshop?

 Think before you coach

Sie merken schon: ich möchte Sie ermutigen, nicht die „nächstbeste“ Lösung zu wählen, sondern den Problemen auf den Grund zu gehen. In meinem Buch „Erfolgreiche Führung in der Sandwichposition“, das im Mai erscheint, gibt es dazu ein „Self-Assessment“ – zu den Strukturen in Ihrer Organisation.

Dazu mehr im Mai!

 

 

 

 

 

 

 

Ähnliche Beiträge


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*