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Pflicht statt Kür: die peinlichsten Recruiting-Videos

Der Spiegel hat es 2012 getan – die Zeitschrift hat unter dem Titel „Die Parade des Schreckens“ Recruiting-Videos gekürt, die die Redaktion als „peinlich“ bezeichnet.

Das ist nicht unbedingt eine Gemeinheit des Hamburger Magazins, da viele der Videos auch in Medienblogs eine entsprechende Rückmeldung bekommen haben. Auch Leser konnten kuriose Funde melden.

Interessanterweise ist die Sammlung eine bunte Mischung aus Konzernvideos (BMW, Edeka), einer Beratung (Ernst & Young mit quasi-religiösem Video  – „Oh happy day…when Ernst & Young showed me a better way!“, singen da die Wirtschaftsprüfer unter Anleitung einer smarten Sängerin), kleineren Unternehmen und einer Behörde (Oberfinanzdirektion Karlsruhe – dort verfallen zwei etwas füllige Beamte einer bis dato unbekannten Art des Büro-Furchtbarkeitstanzes).

Den Link zu dem Artikel mit den Videos finden Sie hier . Scheuen Sie sich nicht, einige Kostproben zu anzusehen.
Sie werden sich kaum auf Ihrem Bürostuhl halten können.

Woran liegt es, wenn Recruitingvideos so daneben liegen? Und wie können Sie das vermeiden?

  • Panne 1: die Zielgruppe nachahmen statt verstehen. BMW-Jugendliche rappen sich halb zu Tode, doch kaum ein Jugendlicher redet so. Aufgesetzt wirkt die Inszenierung, weil die Form des „Rappens“ einfach nicht mit dem Inhalt zusammen passen will.
    Ob das Video vor der Veröffentlichung der ehrlichen Beurteilung der Zielgruppe ausgesetzt worden ist, also von Jugendlichen begutachtet wurde?
  • Panne 2: uuuuunbedingt lustig sein. Profi-Comedians und Kabarettisten kennen das –  man weiß nie genau, ob ein Gag beim Publikum ankommt; es wird nicht besser dadurch, dass man um jeden Preis witzig sein will. Dann doch lieber sympathisch.
  • Panne 3: glauben Sie noch, dass ganze Belegschaften aus Begeisterung an der Arbeit ekstatisch singen? (Machen Sie das im Büro ?!)
    Das ganze Gesinge ist ein typisches Beispiel einer Video-Mode, die immer irgendwie peinlich war.
  • Panne 4: banale Botschaften. Dass man „tolle Produkte“ vertreibt und dass man „intensive Telefonschulungen“ erhält, reißt niemandem mehr vom Hocker, im Callcenter auch nicht.

Dennoch: „Bewegtbilder“ werden für das Personalmarketing in den nächsten Jahren noch an Bedeutung gewinnen. Gewinner sind authentische Videos, die handwerklich gut gemacht sind, da sich die Sehgewohnheiten längst an Profi-Videos gewöhnt haben; alles andere fällt negativ ab.

Was heißt das für Sie und Ihre Personalwerbung? – Dazu mehr Tipps im nächsten Blogbeitrag.

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