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Nett im Netzwerk statt Nervensäge

Beim Netzwerken gibt es auch eine Nettikette – die Gretchenfrage ist ganz einfach:

welches Verhalten finden Sie so angenehm, dass Sie den Menschen gerne kennen lernen wollen?

Neulich besuchte ich eine „Netzwerk-Veranstaltung“ der IT-Branche. Kaum hatte ich mich gesetzt, da tönte der Herr neben mir: „Und Sie? Was wollen Sie hier erreichen?“

Da bahnt sich ein Missverständnis an, ein Haltungsfehler sozusagen: Netzwerke sind für MICH da, damit ICH MEINE Ziele erreichen kann! Das macht das Gegenüber zum Erfüllungsgehilfen der eigenen Ziele, wer will das schon?

Netzwerker empfehlen daher, sich erst einmal umzusehen und dann etwas Nützliches einzubringen, zum Beispiel:

  • gute Ideen, interessante Themen (interessant auch für die anderen, klar…);
  • Probleme des Netzwerks zu lösen (organisieren, Aufgaben übernehmen, eigene Fähigkeiten einbringen) und vor allem keine neuen Probleme zu schaffen;
  • das wertzuschätzen, was das Netzwerk bisher geschaffen hat;
  • gute Manieren zu zeigen;
  • dafür zu sorgen, dass alle von den Kontakten und Zusammenkünften profitieren.

Wenn Sie nach dem ersten Besuch eines Netzwerkes den Eindruck haben, dass das Netzwerk interessant ist, lohnt es sich oft, ein wenig dabei zu bleiben.

Einige Treffen geben Ihnen ein breiteres Bild dessen, „was da los ist“, und erst nach einigen Treffen werden Sie auch selbst bekannter.

Was ist nun nicht so prickelnd beim Netzwerken?

  •  zu viel nehmen – die anderen ausnutzen, bevor man selbst etwas eingebracht hat;
  • auch die „Aufrechner“ machen sich nicht so beliebt- keiner hat sie zum Engagement gezwungen, also gibt es auch nichts „aufzurechnen“;
    („Jetzt habe ich das und das gemacht, jetzt muss auch ‚mal etwas von euch kommen!“)
  • Grenzen achten (es ist nicht nett, im Businessnetzwerk einen Zahnarzt stundenlang zum Thema Wurzelbehandlung zu löchern – morgen ist wieder Sprechstunde!),
  • Mitgliedslisten weiter zu geben;
  • Leute zu verprellen („Ach Gott, Sie sind Berater…“) oder
  • Angebote immer wieder abzulehnen  – wenn viele Kontakte nicht passen, kann es nicht das richtige Netzwerk sein.

Auf den Punkt gebracht: seien Sie jemand, den man im Netzwerk gerne kennen lernen will!

Wenn Sie ein Netzwerk aufbauen oder leiten, formen Sie die Kultur mit – daher sollten Sie darauf achten, welcher „Geist“ dort herrscht, und sich auch trauen, „Regeln“ zu formulieren und destruktives Verhalten zum Thema zu machen.

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