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Auf vielfachen Wunsch: „Spiele der Erwachsenen“

Viele Führungskräfte in Seminaren und im Coaching interessiert das Thema „Konflikte“ – weil sie irgendwo in ihrem Umfeld Konflikte erleben.

Klärungshelfer Christoph Thomann drückt das so aus: „Überall, wo Menschen miteinander schaffen, machen sie sich…auch zu schaffen“ (mehr dazu in „Klärungshilfe 2: Konflikte im Beruf…“, Rowohlt Taschenbuch, 2004).

In manchen, kriegerisch angelegten Unternehmen werden Konflikte geradezu kultiviert: „Wir gegen die Produktion/den Vertrieb/die Finanzer….!“.

Gehen wir einmal davon aus, dass Sie Konflikte weniger spannend finden und nach Lösungen suchen. Das macht Sinn, denn:

Konflikte belasten nachweislich alle Beteiligten  – das drückt sich auch in körperlichen Symptomen aus – und belasten die Produktivität enorm. Konfliktdeeskalation und, wenn möglich, Konfliktlösung tragen zum produktiven Arbeiten und somit zum Erfolg jeder Führungskraft bei. Sie schonen auch Ihre Nerven.

Konflikte in Ihrer Abteilung sind immer Chefsache. Die Voraussetzung für jede Mediation oder Konfliktlösung ist, dass die Führungskraft der Abteilung aktiv in den Lösungsprozess eingebunden ist. „Lösen Sie das ‚mal für mich“ geht also nicht.

Häufig finden sich sogenannte „Spiele der Erwachsenen“. Spiele sind meist destruktiv und schwer durchschaubar. Ein Beispiel:

Eine Abteilung möchte eine neue Software einführen und konnte die Geschäftsführung für das Projekt interessieren. Die Nachbarabteilung müsste dann auch mit dieser neuen Software arbeiten; das wollen die Betroffenen aber nicht. Sie greifen zu „Spielen der Erwachsenen“:

  • Das „Ja-Aber-Spiel“: auf jeden Vorschlag folgt ein Gegenvorschlag, ein Statement, aber kein klares „Ja“ oder „Nein“. So wird nichts geklärt und das Projekt „totgeredet“.
  • Das „Jammer-Spiel“: alle beklagen sich bitterlich über den „enormen“ Aufwand des Projektes und machen ihrer Überforderung Luft – ohne einen vernünftigen Gegenvorschlag zu bieten.

Warum nun diese „Spiele“?

Spiele haben den Sinn, etwas zu erreichen, ohne Transparenz zu schaffen; sie sind manipulativ.

Die Abteilung könnte ja auch sachlich darlegen, dass sie sich mit dem Projekt überfordert fühlt oder die Software nicht will. Das würde aber bedeuten, dass man dann offen verhandeln würde und die Karten auf den Tisch kämen – dann doch lieber manipulieren und taktieren….?

Je länger solche Spiele dauern, desto mehr Energie fließt in die Spiele  – zum Schaden des Unternehmens. Es empfiehlt sich daher für Führungskräfte, „Spiele“ schnell zu erkennen und erst gar nicht „wuchern“ zu lassen. Entscheidend ist, sich keinesfalls in „Spiele“ verwickeln zu lassen und diese nie selbst anzuzetteln.

Ein klares, unaufgeregtes Feedback ist meist der erste Schritt zum „Spielausstieg“.

Zum Schluss eine Empfehlung: das aus meiner Sicht beste Praxisbuch zu diesem Thema haben Renate und Ulrich Dehner geschrieben: „Schluss mit diesen Spielchen!“ (Frankfurt: Campus).

 

 

 


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